| Sächsische Sonette
von Erich Kästner Als
einer über den Dialekt lachte Ich habbs nicht gerne, wennse
driewer lachn. Da bin ich komisch, weil ichs gar nich bin. Sie denkn bloß,
mit uns, da kennses machn. Kommse nur hin. Wenn Sie da nur nich
irchendwas verwechseln! Daß Sie uns kenn' das is noch längst nich
raus. Sie denkn, daß wir Ihretwähjn sächseln! So sehn
Sie aus. Wir sinn nich so gemiedlich, wie wir schprechen. Wir
hamm, wenns sein muß, Dinnamit im Bluhd. Da kennse Gift droff nähm,
daß wir uns rächen! Na, Ihr Gesichtde merkt sich ja ganz gud. Wir
wärn Ihn' schon noch mal de Knochen brechn. Nur Muhd! | |
Wir brauchen
keine Werbung, wir Sachsen sind in aller Munde. Es versuchen Schauspieler, Moderatoren
und Komediekünstler unseren sächsichen Dialekt zu kopieren, um die Menschen
zum Lachen zu bringen und das so recht und schlecht. Aber wer seine Muttermilch
nicht in Sachsen zu sich genommen hat, tut sich schwer damit.
Nun ja es ist manchmal keine gute Werbung, doch besser wie gar keine, so bleiben
wir sprichwörtlich in aller Munde. | |
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